Mythos Farang
Als Farang (ฝรั่ง) bezeichnet man in der thailändischen Umgangssprache einen Menschen mit europäischem Erscheinungsbild. Ungebrochen hält sich die Meinung, das Wort stamme vom französischen français. Die Ableitung des Wortes Farang vom Thai farangset (ฝรั่งเศส – wörtl.: frangses) ist auch verlockend schlüssig, da die Franzosen zu den ersten Europäern gehörten, die im 17. Jahrhundert Beziehungen mit Siam aufnahmen und französische Kolonialherren über fast sieben Jahrzehnte das benachbarte Indochina okkupierten. Diese Interpretation ist jedoch ein phonetischer und historischer Irrtum, denn der Ursprung des Wortes liegt weit vor der Zeit als der erste Franzose siamesischen Boden betrat.
Ursprung des Wortes farang liegt in der Zeit der Kreuzzüge
Unter den Kreuzfahrern waren viele Franken, welche die Araber Afranj bzw. Ifranj (أفرنج) nannten. Das westgermanische Wort frank selbst bedeutet in etwa kühn oder frei. Im Laufe der Jahrhunderte fand das Wort, das anfangs wahrscheinlich den portugiesischen Händlern galt, über die arabischen Handelsrouten weite Verbreitung und wurde in den jeweiligen lokalen Formen zu einer Bezeichnung für Europäer im Allgemeinen. Ob farangi in Persisch, farenghi in Hindi, palang in Malay, barang auf Bahasa Indonesia oder pharang in Vietnamesisch – es handelt sich stets um die lokale Variante des arabischen Terminus.
Etymologisch gilt es daher als relativ sicher, dass das Wort farang nicht von français stammt, sondern sich beide Varianten unabhängig voneinander entwickelt haben.
Ugs. vs. abwertende Verwendung des Wortes farang
Grundsätzlich sind alle lokalen Varianten des Begriffs keine schmeichelhaften Bezeichnungen für europäischstämmige Ausländer. Ob die Bezeichnung farang abfällig oder neutral geäußert, kommt vor allem auf den spezifischen Kontext und die jeweilige Situation an. Wenn eine Bedienung in einem Restaurant vom Oberkellner angewiesen wird, das Essen soll an den Tisch des oder der Farang serviert werden, so dient der Einsatz des Wortes einfach der raschen und unmissverständlichen Übermittlung einer gezielten Anweisung und sollte daher nicht als rassistische Diskriminierung aufgefasst werden. Wird man allerdings von Arbeits- oder Studienkollegen unmissverständlich als Farang bezeichnet, so steckt dahinter wohl häufig die unterschwellige Absicht, jemanden auf Grund äusserer Merkmale als nicht vollwertiges Mitglied der jeweiligen Gruppe darzustellen.
Dem interessierten Leser möchte ich die Diskussion über den Begriff farang auf linguistlist.org empfehlen.
Von Zeit zu Zeit wird sich dieser Blog sowohl etymologisch als auch grammatikalisch bemerkenswerten Aspekten des Thai widmen.
Das Wort =Farang= finde ich nicht beleidigend.Sollte es beleidigend sein, so weiss der jenige nicht
was er sagt und verliert sein Gesicht.Es wird schon kl.Kindern beigebracht um zu zeigen,dass man kein
Thai ist, aber sie kennen nicht den Grund und werden spaeter selbst entscheiden wenn sie gut erzogen
werden.Die Oma sagte schon Falang und was die Oma sagt ist richtig. Mit freundlichem Gruss
Manfred Wallraff
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