Stimmkauf mit Viagra
In Thailand ist das Kaufen von Stimmen so alt wie die Demokratie selbst. Bislang wechselte allerdings meist Bargeld den Besitzer. Schenkt man den Berichten eines Wahlkämpfers Glauben, so versucht ein Kandidat der kommenden Parlamentswahlen durch die Vergabe von Potenzmitteln die Zahl seiner Wähler zu vergrößern.
Sayan Nopcha, Wahlkämpfer der People Power Party (PPP) in Pathum Thani, bezichtigt den Kandidaten einer gegnerischen Partei, Viagra an potenzielle bzw. potenziell impotente Wähler reiferen Alters zu verteilen. Das üblicherweise verschreibungspflichtige Potenzmittel wird in Thailand häufig auch ohne Rezept in Apotheken verkauft. Sayan, Beamter und Bruder des örtlichen PPP-Kandidaten, will allerdings den Gegner nicht persönlich diffamieren und nennt keine Namen. Er besitze zwei Tabletten Viagra aus besagter Quelle, um seine Behauptungen zu beweisen.
Um den früher weit verbreitenden Kauf von Wählerstimmen einzuschränken, wurden die gesetzlichen Bestimmung ohnehin teils drastisch verschärft. So zählt in Thailand bereits das Verschenken von T-Shirts oder Softdrinks als illegales Anwerben von Wählern. Nach einer Reform des Wahlgesetzes machen sich bei einem Stimmkauf nun Kandidat oder Wahlwerber und Wähler eines Strafdeliktes schuldig. Für die Partei reicht der Strafrahmen von einer Disqualifizierung einzelner Kandidaten bis hin zu der Auflösung der Partei. Wähler, die für ihre Stimme Geld oder Geschenke annehmen, müssen mit einem bis 10 Jahre Haft rechnen.
Bei der am 23. Dezember stattfindenden Wahl kämpfen mehr als 4.200 Kandidaten aus 41 Parteien um die 480 Sitze im thailändischen Unterhaus.
Nach Berichten der Printausgaben von Bangkok Post und The Nation vom 30. November 2007.
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