Einseitige Kniegelenksplastik – Unicompartment Knee Arthroplasty von Dr. Chumroonkiat Leelasestaporn, Chefarzt Total Joint Replacement Klinik, Vejthani Hospital
Die Behandlung eines schadhaften Kniegelenks durch eine einseitige Kniegelenksplastik galt lange Zeit als sichere und populäre Technik. Mittlerweile hat sich ein neuer Ansatz in diesem Bereich durchgesetzt: die minimal-invasive Methode. Minimal-invasive Surgery (MIS) ermöglicht kleinere Einschnitte und weniger Blutverlust, senkt das Operationsrisiko und beschleunigt den Rehablitationsprozess. Einseitige Kniegelenksplastik bedeutet, dass nur eine Seite des Gelenks ersetzt werden muss, während die intakte Seite nicht behandelt wird. Vor noch nicht allzuvielen Jahren war es unvermeidlich, ein partiell schadhaftes Gelenk durch einen chirurgischen Eingriff zu behandeln. Doch eine einseitige Kniegelenksplastik kann Schmerzen oft nur temporär begrenzt lindern. Da die Operation nicht direkt die Schwäche des Gelenks beseitigt, ist es den Patienten unmöglich, kurz nach der OP aufzustehen. Die Rehabilitationsphase kann bis zu 3 Monate betragen. Dieser Ansatz ist also für ältere Patienten und Patienten mit Schwäche in beiden Kniegelenken denkbar ungeeignet.
Einseitiger Kniegelenksersatz vs. Total Joint Replacement
Mittlerweile ist die Popularität dieser Methode im Abnehmen begriffen. Orthopädische Chirurgen wechseln die Therapieform nun zusehends von der konventionellen einseitigen Kniegelenksplastik zu einem totalen Kniegelenksersatz. Total Joint Replacement ist eine effektivere Methode, bei der die Patienten allerdings damit rechnen müssen, einen eigentlich noch funktionstüchtigen Teil des Gelenks zu verlieren.
Eine einseitige Kniegelenksplastik bringt dennoch durchaus Vorteile, wie Schmerzlinderung und Beibehalten von intakten Gelenksteilen inklusive der Sehnen. Etwa ein bis zwei Tage nach der OP können die Patienten aufstehen; auch wurde beobachtet, dass nach einiger Zeit die meisten Patienten ihr Knie bereits beugen können, hocken oder auf den Knöcheln sitzen können. Einige Patienten können sogar laufen oder wieder Sport treiben. Bislang wurde berichtet, dass diese chirurgische Technik, unter der Voraussetzung einer sorgfältigen OP, die Lebenszeit eines Kniegelenks für etwa 10 Jahre verlängern kann.
Einseitiger Kniegelenksersatz durch Minimal-invasive Technik (MIS)
Wie bereits erwähnt, sorgt der Einsatz minimal-invasiver Operationstechnik für kleinere Einschnitte und ist in den USA und Europa äußerst beliebt. Beim Einsatz von minimal-invasiver Operationstechnik während eines Kniegelenksersatzes kann mit folgenden Vorteilen gerechnet werden:
Erheblich kleinere post-op Wunde und weniger Schmerzen im Vergleich zur traditionellen Operationsmethode.
- Durch den kleineren Einschnitt ist es nicht zwingend erforderlich Bluttransfusionen zu verabreichen, was den Eingriff vor allem für ältere Patienten sicherer macht.
- Die Patienten sind im Vergleich zur traditionellen Methode wieder schneller auf den Beinen. Üblicherweise in ein bis zwei Tagen nach der OP – in Ausnahmefällen bereits am Operationstag. In einigen Ländern kann der Patient das Krankenhaus bereits am Tag der OP verlassen, was auch eine Kostenersparnis mit sich bringt.
- Der Rehabilitationsprozess verkürzt sich – dh. das Körpergewicht kann schneller auf den eigenen Beinen getragen werden und die Patienten können das Knie in vergleichsweise kurzer Zeit wieder beugen. In der Regel können die Patienten nach etwa 3-4 Wochen wieder zurück an den Arbeitsplatz.
- Minimal-invasive Technik hat weniger Nebenwirkungen und ein geringeres Infektionsrisiko zur Folge.
- Besonders Patienten, die bevorzugt auf den Knöcheln sitzen oder hocken profitieren durch die minimal-invasive Operationstechnik.
Einseitige Kniegelenksplastik in Kombination durch minimal-invasive Operationstechnik bringt allerdings auch Nachteile mit sich:
- Minimal-invasive Technik verlangt nach einem Chirurgen mit langjähriger Expertise und speziellem Training, da ihr Einsatz um einiges schwieriger zu handhaben ist als der traditionelle Eingriff.
- Unumgänglich ist der Einsatz ausgezeichneter chirurgischer Instrumente, um durch den kleineren Einschnitt optimale Erfolge zu erzielen. (siehe auch CAS&MIS)
- Der Eingriff ist keine Alternative für Patienten mit stark geschwächten oder gekrümmten Knien.
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