Verlängerungsosteotomie – Height Increase Surgery
Die menschliche Körpergrösse wird hauptsächlich durch die Faktoren Abstammung, Ernährung und körperliche Betätigung beeinflusst. Viele Personen sind mit ihrer Körpergrösse nicht zufrieden. Bis vor nicht allzulanger Zeit wurden chirurgische Methoden für Grössenzuwachs nur bei Knochendeformation oder kongenitalem Minderwuchs angewandt – nun finden diese Techniken auch im kosmetischen Bereich Anwendung.
Der Ursprung der Gliedmaßenverlängerung liegt etwa 50 Jahre zurück. Damals entdeckte der russische Orthopäde Prof. Gavriil A. Ilisarov, dass Röhrenknochen getrennt werden können, ohne dabei die Beinhaut (Periosteum) zu verletzen. Er fand weiters heraus, dass eine regelmäßige und angemessene Dehnung des Spaltes zur Bildung einer neuen Knochenstruktur führt. Dank Prof. Ilisarov konnten nun Unterschiede in Beinlängen ausgeglichen, diverse Unfallfrakturen behandelt, Knochentumore kuriert und Knochenresektion nach einer Infektion reguliert werden.
Prof. Ilisarov entwickelte dafür eigens ein Instrument, das den Knochen von Außen stabilisiert – den Ilisarov-Fixateur (bzw. Ilizarov-External-Fixator). Dieses Instrument unterscheidet sich von anderen, vergleichbaren Instrumenten, da es stark genug ist, das Gewicht des Körpers zu tragen und es dennoch ausreichend flexibel ist, um es den spezifischen Gegebenheiten der einzelnen Patienten anzupassen sowie erlaubt, die regelmäßige Anpassung für das gewünschte Wachstum vorzunehmen.
Verlängerungsosteotomie ist nicht nur Theorie. Die Behandlung ist bereits weit verbreitet, da sie üblicherweise erfolgreich ist und geringe medizinische Risiken bestehen. Der Patient weiß bereits vor Beginn der Behandlung, welches Ergebnis zu erwarten ist und zudem kann während der Behandlung das Ergebnis den individuellen Wünschen angepasst werden.
Während der Chirurg die Resektion am Knochen vornimmt, wird ein Instrument am Bein des Patienten angebracht und derart fixiert, dass der Spalt überbrückt wird. Der Spalt wird mit der Zeit durch neuen Knochenwuchs geschlossen. Wenn der neue Knochen stark genug ist, das Körpergewicht zu tragen, wird das Instrument entfernt. 
Der gewonnene Zuwachs ermöglicht dem Patienten Zufriedenheit mit seiner Körpergrösse und letztlich mit seinem Selbst. Diese Art von Verlängerungsosteotomie ist eine kosmetische Operation, die auch eine Reihe von Nachteilen mit sich bringt:
-Behandlungsdauer: die Bildung neuer Knochensubstanz erfolgt mit nur etwa 1mm pro Tag und die Festigung der Knochensubstanz nimmt etwa doppelt so viel Zeit in Anspruch. Ein Grössenzuwachs von zb. 3cm bedarf einer Wachstumsphase von ca. 30 Tagen und einer Festigungsphase von etwa 60 Tagen. Die Gesamtbehandlungsdauer beträgt somit etwa 90 Tage für 3cm Höhenzuwachs. Daraus folgt auch, dass in einem Monat ein Höhenzuwachs von etwa 1cm erlangt werden kann.
-Alltagsprobleme: das Ilisarov-Gerät (Fixateur) beseht aus einer Reihe von Ringen, die um das Bein des Patienten angebracht sind. Der Knochen wird mit Drähten stabilisiert. Das permanente Tragen dieses Instruments ist nicht komfortabel und wird das Alltagsleben beeinträchtigen.
-Verhältnismäßigkeit: der Beinverlängerung sind durch die gegebenen Körperproportionen Grenzen gesetzt; Ein Patient mit langem Torso und eher kurzen Beinen kann einen größeren Zuwachs erreichen als ein Patient mit eher kurzem Torso und langen Beinen.
-Behandlung der Ober- und Unterschenkelknochen für optimalen Erfolg: um mehr als 5cm Zuwachs zu erzielen, müssen idR. Tibia und Femur beider Seiten der Prozedur unterzogen werden, wodurch Dauer und Kosten der Behandlung steigen. Für einen Zuwachs von 5 oder weniger Zentimetern reicht die Behandlung der Tibiae.
Trotz der aufwendigen und langen Behandlung entscheiden sich immer mehr Menschen, diese kosmetische Operation durchführen zu lassen, da das Ergebnis für sich spricht: durch den Zugewinn an Körpergrösse verspüren sie mehr Selbstvertrauen, mehr Selbstwertgefühl und letztlich mehr Zufriedenheit.
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