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Letztes Update: 09/05/08
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Magenbypass – Laparoscopic Roux-en-y-Gastric Bypass (LRYGB)

Welche Gründe sprechen für einen Magenbypass?gastro

Vor allem Patienten mit den folgenden Symptomen und Eigenschaften qualifizieren sich für einen Magenbypass: unter 60 Jahre alt, starkes Übergewicht über lange Zeit (5+ Jahre), BMI über 40kg/m², bereits eingetretene Grund- bzw. Folgekrankheiten (Diabetes, Bluthochdruck, Herzleiden, Gelenksprobleme etc.), Schilddrüsen-Unterfunktion oder Nebennieren-Überfunktion etc und die Bereitschaft zur Änderung des Lebens- und Ernährungsstils.

Risiken

Neben Infektionen oder der Schädigung innerer Organe, die generell bei Operationen auftreten können, ist ein Magenbypass mit folgenden Risiken verbunden: Thrombose oder Embolie (gering), Nahtlecks (geringes Risiko bei laparoskopischer Methode) und Blutungen. In den ersten Tagen nach der OP können Blutungen auftreten, die im Stuhl nachgewiesen werden. Sollten die Blutungen nicht von selbst aufhören, so erfolgt ein endoskopischer Eingriff, um die Blutungen zu stoppen. Patienten mit bereits erfolgten gastrischen Operationen haben ein höheres Komplikationsrisiko. Wenn sich vier bis sechs Wochen nach der Operation bei jeder Mahlzeit ein allzu rasches Sättigungsgefühl beim Essen oder Trinken einstellt, so kann es sich dabei im eine Nahtschrumpfung handeln. Sie sollten sich bei Auftreten solcher Symptome umgehend beim Arzt melden. Eine Aufdehnung der Naht kann ambulant erfolgen. Zu den langfristigen Risiken zählen Darmverschluss und Magengeschwür, welche allerdings nur sehr selten auftreten. Durch die Wirkungsweise eines Magenbypasses können allerdings Mangelerscheinung auftreten, die unbedingt ausgeglichen werden müssen. Der Chirurg kann allerings während der OP durch eine Optimierung der Bypasschenkellängen künftige Mangelerscheinungen weitgehend vermeiden. Regelmäßige Kontrolle durch einen Mediziner und Selbstkontrolle sind für den Magenbypasspatienten dennoch Pflicht!

Vorbereitung

Vor der OP sollten ausführliche Gespräche mit dem Chirurgen und einer Diätspezialistin stattfinden. Sie können natürlich auch mit einer Diätspezialistin aus Ihrer Heimatregion beraten. Für den langfristigen Erfolg der Prozedur ist es unerlässlich, dass Sie einen neuen Lebensstil und neues Essverhalten erlernen und beibehalten.

Die Operation

Mittels laparoskopischer (Schlüsselloch-) Technik bildet der Chirurg ein Magenreservoir mit einer Öffnung, in dem er den Magen mittels einer Heftnaht teilt. Diese kleinvolumige Magentasche wird direkt mit dem Dünndarm verbunden. Somit gelangt die Nahrung nicht mehr in den Magen sondern direkt in den Dünndarm. Da durch diese Methode der Magen, der Zwölffingerdarm und Teile des Dünndarms umgangen werden und etwa 40% des konsumierten Fetts nicht verdaut wird, kann ein Übergewichtsverlust von etwa 60 – 80% erreicht werden.

Narkose

Eine Magenbypass-Operation wird unter Vollnarkose durchgeführt.

Dauer des Eingriffs

Die Dauer des Eingriffs beläuft sich auf etwa 1,5 bis 3 Stunden.

Spitalsaufenthalt

Der Eingriff ist mit einem Krankenhausaufenthalt von etwa 4 Tagen verbunden.

Post-operative Pflege

Die ersten beiden Tage nach der Operation muß der Patient nüchtern bleiben. Falls erforderlich wird ein Kontrastmittel verabreicht, um durch ein Röntgen die Dichtheit des Bypasses zu prüfen. Am dritten Tag kann kontrolliert Flüssigkeit getrunken werden, am vierten Tag kann der Patient bereits selbst die Menge an Flüssigkeit kontrollieren, sollte dabei aber unbedingt Bedacht auf den Bypass nehmen und vorsichtig trinken. Nahrung kann üblicherweise ab dem fünften Tag aufgenommen werden. 

Langfristige Perspektiven

Regelmäßige Kontrolltermine beim Arzt sind für Magenbypasspatienten wichtig! Anfangs sollten vierteljährliche Untersuchungen stattfinden, später kann dieser Zeitraum auf ein halbes Jahr ausgedehnt werden. Sollte bei diesen Kontrollen Vitamin- oder Spurenelementemangel festgestellt werden, so kann dies durch zusätzliche Einnahme ausgeglichen werden. In einigen Fällen können sogenannte Dumpingsydrome auftreten, die durch den spontanen Übergang der Nahrung in den Dünndarm (aufgrund des fehlenden Magens) bedingt sind. Starke Dehnung des und Wassereinfluss in den Dünndarm lösen das Frühdumpingsyndrom aus, das bereits kurz nach Nahrungsaufnahme den Blutdruck senkt. Beim Spätdumpingsysdrom tritt etwa ein bis zwei Stunden nach der Nahrungsaufnahme eine Unterzuckerung ein. Die höhere Resorption von Kohlehydraten durch den raschen Übergang der Nahrung in den Dünndarm bewirkt einen Anstieg des Blutzuckers und damit die Anregung der Insulinproduktion, mit dem Resultat, dass der Blutglukosespiegel fällt. Ihre Diätberaterin wird Sie über die Vorteile einer ballaststoffreichen und zuckerarmen Ernährung zur Vermeidung der Dumpingsyndrome aufklären.

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